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10. April 2011: Spaziergang am Baldeggersee

Heute machten Balou, meine Mutter und ich einen schönen Spaziergang am Baldeggersee. Das warme Frühlingswetter war traumhaft. Balou konnte viel herumrennen und an einem Bächlein angelangt, brachte uns der grosse Krausehund zum Lachen: Balou legte los, rannte wie eine Rakete einen grossen Kreis, wobei er über den Bach hetzte, zwischen den Bäumen herumkurvte, nochmals über den Bach hüpfte und durch die Wiesen jagte, die Ohren flatterten und der ganze Hund grinste und strahlte. Diese Runde in Autobahngeschwindigkeit wiederholte er fünf- oder sechsmal, während meine Mutter und ich staunend, lachend und prustend zuschauten und uns an die Baumstämme lehnen mussten, um nicht umzufallen! Nach eben fünf oder sechs Runden raste Balou auf uns zu, kam schlitternd knapp vor uns zum Stehen, schaute uns strahlend an, wedelte leicht mit dem Schwänzchen und erzählte mir: „Wow, Frauchen, das war ein genialer Spaziergang!“ Das wir gerade erst gestartet waren, schien ihm gleich… Trotzdem verlängerten wir die Runde noch, so dass wir im ganzen mit ganz viel Spiel und Spass etwa eine Stunde unterwegs waren.

Im Anschluss gingen wir drei noch ins Klosterkaffee und assen einen feinen Salat, während Balou mustergültig schlummerte. Es war kein besonders langer Spaziergang – aber einer von denen, die einem als perfekt in Erinnerung bleiben!

 

11. April 2011: Happy Birthday

Für mich schlimm… Balou hat Geburtstag und ich musste an die PHZ… Als ich Balou bei Hundesitterin Iris ablieferte, erzählte ich ihr natürlich, welch Ereignis vor drei Jahren geschehen war!

In meiner Mittagspause ging ich in die Stadt, wo ich in der Herthensteingasse einen black and tan Grosspudel entdeckte… Sofort steuerte ich auf die Dame am Ende der Leine zu und fragte sie, ob das nicht zufälligerweise ein Sandra-Pudeli sei…He ja, in der Schweiz sind black and tan Grosspudel nicht wirklich verbreitet. Die nette Dame erzählte mir aber, dass Blade, so heisst der junge Mann, ist keiner von Sandras Welpis. Allerdings ist er durch Sandra vermittelt worden, da sie ihn in der Nähe haben wollte, als zukünftigen Papi für ihre zukünftigen Welpen…

Als ich Balou bei Iris abholen ging, war da noch die kleine Nichte da, die mit einer Dose Leckerli durch die Gegend spazierte und Balou so im 30-Sekunden-Rhythmus mit Leckerli fütterte, weil „er eben heute Geburtstag hat, weisst du“. Ja, das wusste ich ;o) Balou wurde also den ganzen Tag verwöhnt: Langer Spaziergang mit Iris und ihrer Nichte, Leckerlifütterorgien und überhaupt gaaaaanz viele Krauleinheiten.

Zu Hause angekommen packte ich meinen grossen Krausehund und sein Bällchen und ging in den Garten hinunter. Eine Stunde lang spielten wir dort Ball: Apportieren, versteckter Ball suchen, Zerrspiele – alles was das Hundeherz begehrte wurde gespielt und wir gingen erst ins Haus hinein, als es zu dämmern anfing und wir den Ball nicht mehr richtig sahen ;o) Dann gab es ein feines Rinderhack-Nachtessen und eine Kuschelrunde auf dem Sofa. So hatte Balou also trotz Frauchens PHZ-Tag einen tollen Geburtstag. Ausserdem bekam er dann im Verlauf der Woche ganz viele Kauknochen von Kindern, die seinen Geburtstag nicht vergessen hatten ;o)

 

14. April 2011: Präsentation meiner Masterarbeit

Es ist geschafft! Heute habe ich meine Masterarbeit vor unserer Schulpflege, dem Schulleiter und meiner Mentorin vorgestellt. Ich war perfekt vorbereitet – und Balou sah super aus: Super Schur, frisch gebadet und gebürstet – wunderschön! Er lag während der Präsentation sehr entspannt da – perfekter Demonstrationsschlaf – so wie ich es mag. Zum Schluss meiner Präsentation durfte auch Balou etwas leisten: Ich suchte einen oder eine Freiwillige/n, welche sich von Balou einen Socken ausziehen lassen würde. Ich hatte eigentlich halbwegs damit gerechnet, dass sich niemand getrauen würde… aber da meldete sich eine unserer Schulpflegerinnen freiwillig! Balou stand auf mein Kommando auf, begrüsste erst noch die anderen Zweibeiner, die bereits rundherum standen, um zuzuschauen und zog dann sachte den Socken ab… Damit eroberte er alle Herzen, selbst diejenigen der Anti-Schulhund-Fraktion. Das Resultat der Präsentation: Ich habe meine Masterarbeit und die Präsentation bestanden, eine vom Projekt Schulhund begeisterte Schulpflege und die Erlaubnis, Balou weiterhin mit in die Schule nehmen zu dürfen. Jupiiiiiiiiiiiiii!

 

16. April 2011: Military Huttwil

Bereits im Herbst hatten Gaby und ich abgemacht, dass wir mit unseren Wauzis nach Huttwil ans Military gehen wollten. Ich war letztes Jahr schon dort und war begeistert: Die professionelle Organisation, die geringen Wartezeiten trotz wahnsinnig vieler Teilnehmer, die wunderschöne Strecke und die tollen Posten hatten mich überzeugt. Deshalb war für mich klar: Dieses Military werden wir im Frühling wieder machen – und zwar als einziges, da ich in den Prüfungsvorbereitungen stecke und so ein Military schnell mal einen Tag Zeit kostet… Mit von der Partie waren Gabys Freund Reto, Freunde der beiden, Hedy mit Joya und eben Gaby mit Ocean, Nazca und Teufelchen Tünay… Die Strecke war toll und es lief alles auch wirklich gut, bis wir zu Posten 4 kamen. Der Posten war vierfach bereitgestellt, Gaby und ich starteten gleichzeitig, allerdings lag ein Posten zwischen uns. Die Aufgabe: Der Hund legt sich hin, der Hundeführer versteckt sich hinter so einem Interzelt (jaja, das heisst wirklich so, das ist so eine Art V-förmiges Zelt, hinter welchem sich eine Person gut verstecken kann), legt ein Spielzeug hin und drückt wir dann auf ein Plüschtierchen, welches entweder lacht oder singt. Anschliessend geht der Hundeführer zum Hund zurück und schickt ihn, um das Spielzeug zu apportieren. Die erste Panne passierte bereits als Balou startete, sobald er das Lachen des Plüschtieres hörte. Ich brachte ihn zurück an seinen Platz und ging nochmals. Dann verlief alles bestens: Balou wartete brav, wedelte sogar, als ich zu ihm zurückkam. Ich lobte ihn ganz fest und schickte ihn los, um das Spielzeug zu holen. Er war bereits auf dem Weg zurück zu mir, als ich Gaby rufen hörte: „Tünay, nein!“ – tja, und dann ging‘s so richtig los: Tünay raste an Balou vorbei, der sich natürlich nicht zweimal bitten liess, und los ging die Party. Die beiden Wildfänge rannten begeistert im Kreis herum und feierten eine wilde Party. Zwei fluchende Frauchens versuchten ihre Hunde zu sich zu rufen… Es dauerte eine Weile, bis Gaby Tünay wieder bei sich hatte – Balou hingegen feierte alleine weiter. Die netten Postenleute begingen dann den Fehler, mir helfen zu wollen und lockten Balou mit Leckerlis zu sich. Er nahm die Leckerli, doch sobald die Zweibeiner die Hände streckten, um Balou am Geschirr zu greifen, hüpfte er wedelnd weg und schien zu sagen: „Ääääääääääätsch, reingelegt!“ Ich merkte schnell, dass es nichts bringen würde, packte meinen Rucksack, nahm den Postenzettel (4 von 10 Punkten, weil Balou zumindest brav gewartet hatte) und entfernte mich. Balou folgte mir, liess sich aber nicht anfassen, geschweige denn anleinen: Dazu war er viel zu aufgedreht. Nach einiger Zeit kamen Gaby und die anderen nach und ihr gelang es dann auch, Balou „einzufangen“. Ansonsten verlief der Rest des Militarys gut, auch wenn wir teilweise bei den Posten Pech hatten. Auf jeden Fall erzählte mir Balou am Abend, das sei das tollste Military aller Zeiten gewesen: He ja, einen Posten, bei dem die Hunde rumrennen und toben können, gab es ja bis jetzt noch nie ;o) Und auch wenn ihr sagen werden, ich vermenschliche unsere Hunde total – ich schwöre, seither blinzeln sich Tünay und Balou jedes Mal an, wenn sie sich begegnen.

Und was haben die Frauchens dabei gelernt? Balou und Tünay starten bei Posten nicht mehr gleichzeitig! :o)

 

21. April 2011: Osterbräteln

Ich glaube nicht, dass es das schon mal gab: Aber das Wetter ist so schön und warm, dass wir mit den Kindern der 4.-6. Klasse als Abschluss vor den Ferien bräteln gehen wollten. Zusammen mit der Klasse liefen Frauchen und Hund zum etwa 30 Minuten entfernten Brätelplatz, wobei wieder einmal genau eingeteilt werden musste, wer denn wann den Hund halten durfte. Diesmal konnten ihn die Kids alleine halten, weil er erstens brav lief und zweitens sie grösser sind als die Kinder der Frühlingswanderung.

Beim Picknickplatz angekommen band ich Balou mit einer langen Leine an einem Baum fest, so dass er Bewegungsfreiraum hatte, ich aber nicht immer herumschauen musste, wo er ist und was er macht. Ausserdem waren wir am Waldrand und das ist mir mit ihm ohne Leine immer noch zu heikel. Bei uns ist es zwar trocken, aber ein Feuerverbot gilt noch nicht. Trotzdem: Erst nachdem Feuerlöscher und Feuerdecke bereit waren und die Feuerstelle mit zwei Reihen aufeinander getürmten Steinen gesichert war, legten die „Feuerchefs“ los. Während des Essens fiel mir plötzlich auf: Ich hatte Balous Picknick vergessen. Normalerweise nehme ich einen Kauknochen oder so mit, damit er auch was zwischen den Zähnen hat…Doch diesmal hatte ich es total verschwitzt. Dafür sass dann Balou auch hoch aufgerichtet und mit schräggelegtem Kopf vor der Klassenlehrerin und versuchte sie zu hypnotisieren: „Gib mir deine Wurst. Gib mir deine Wurst. Gib mir…“ Tja, es klappte nicht. Dafür durfte Balou etwas von meinem Sandwich haben, da es für mich sowieso zu gross war.

Nach dem Essen spielten wir „Büchsentschuten“ – eine Art Versteckspiel. Nachdem wir aber das Signal zum Spielschluss gegeben hatten, fehlten einige der Kids immer noch – sie waren weiter unten bei einer Waldhütte. Also stapfte ich los und pfiff nach etwa 100 Metern mal so richtig laut. In diesem Moment hörte ich ein Bellen. Zurück zum Picknickplatz erzählte mir die Klassenlehrerin, Balou habe auf mein Pfeifen hin einen Satz gemacht und sei losgerannt. Da er allerdings angebunden war, hat ihn sein eigener Schwung glatt umgeworfen und er lag auf dem Rücken, alle viere von sich gestreckt! Gott sei Dank war er am Geschirr befestigt und nicht am Halsband…

Nachdem wir im Schulhaus zurück waren, räumte ich noch etwas auf, während Balou sich erholte. Zu Hause schliefen wir beide noch eine Runde, um für das Training am Abend gerüstet zu sein… Und trotz anstrengendem Tag verlief das Training super! War ich stolz :o)

 

23. April: schlaue Hunde und ihre Erziehung

Die meisten Menschen wünschen sich ja einen schlauen Hund. Und ich muss zugeben: Schlaue Hunde sind einfach genial: Sie lernen schnell, verstehen Zusammenhänge und beim Tricktraining sind sie einfach klasse. Bloss haben schlaue Hunde auch einen grossen Nachteil: Sie wissen genau, wie sie ihre Menschen austricksen können.

Und genau das ist bei Balou manchmal echt ein Problem, wenn es um die Abrufbarkeit geht. Nachdem wir mir der Harmonilogie-Methode nach Anne Krüger erst viel Erfolg hatten, bemerkte Hundi auch da schnell, wo meine Grenzen liegen: Ich bin nämlich eindeutig langsamer als er :o) So stiess auch diese Methode an ihre Grenzen… Nun habe ich mich für einen Mix entschieden: Damit Balou WIRKLICH merkt und wirklich GLAUBT, dass ich auch beim Spaziergang für ihn wichtig bin, bekommt er sein Futter nur noch aus dem Futterbeutel. Der Erfolg ist toll – aber meine bevorzugte Methode ist es ja nicht. Seit fast einem Jahr arbeite ich eigentlich ganz ohne Leckerli (Ausnahme Tricktraining mit dem Clicker) und ich komme mir echt wie ein Futterautomat vor. Aber was soll’s: Im Moment funktioniert es so gut, dass ich mich sogar ganz langsam mit dem doofen Beutel anfreunde ;o) Mal schauen, ob wir so vielleicht noch den letzten Schliff hinkriegen…

 

26. April 2011: Balou ist umwerfend!

Spaziergang im Wald: Balou mit Geschirr und 10m-Schleppleine. Futterbeutel dabei, alles ist bereit. Frauchen streift mit Hund durch den Wald, als sie eine Katze entdeckt. Balou, der den Beutel in der Schnauze trägt, entdeckt sie genau in dem Moment, an dem sie flüchtet. Er lässt den Beutel fallen und rennt los. Mein einziger Gedanke in dem Moment ist: „Lass die Leine nicht durch die Hände gleiten, sonst verbrennt dir die Reibung die Haut!“ Also halte ich die Schlaufe gaaaaaanz fest. Der Fehler bei der Überlegung: Die Leine ist wie gesagt 10 Meter lang. Im Normalfall kann ich Balou problemlos halten, aber so… Nach 10 Metern hat er schon richtig beschleunigt und in dem Moment in dem ich merke, dass das so nicht klappen wird – liege ich schon flach auf dem Waldboden. Mindestens hatte ich noch genug Geistesgegenwart, um den Kopf hochzuhalten. Also bäuchlings auf dem weichen Boden liegend sehe ich einige Sterne, rapple mich etwas benommen hoch und… sehe einen freudig wedelnden Hund mit Beutel im Maul (den hatte er schon wieder aufgehoben), der mich voller Erwartung anschaut: „Bin ich nicht megabrav zurückgekommen Frauchen? Hier hast du den Beutel. Kriege ich jetzt etwas Futter daraus?“ Nein, Futter gab es keins und Frauchens ersten Bewegungen waren auch etwas steif und zögerlich. Gott sei Dank habe ich mich nicht verletzt – auch wenn ich am nächsten Tag von dem Sturz grauenhaften Muskelkater hatte… Doch das Allerbeste: Diese peinliche Szene hat mal ausnahmsweise keiner gesehen. Sonst passieren mir solche Dinge ja nur, wenn auch ausreichend Publikum da ist, das sich darüber amüsieren kann :o)

 


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